Projektgebiet

Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof

Der Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof ist Deutschlands größter Technologiepark. Er liegt im Südosten Berlins und gehört zu den elf Berliner Zukunftsorten sowie zur Innovationsachse Lausitz–Berlin, entlang derer bis 2040 neue Wissenschafts- und Technologiequartiere entstehen.

Adlershof blickt auf eine über 100-jährige Entwicklung zurück: 1909 als erster deutscher Motorflugplatz gegründet und später ein bedeutender Forschungsstandort der Luftfahrt, hat sich das Gebiet zu einem der wichtigsten Innovationsstandorte Europas entwickelt. Heute arbeiten, studieren und forschen hier über 35.000 Menschen. Auf einer Fläche von 4,6 km² sind rund 1.300 Unternehmen sowie 18 hochrangige wissenschaftliche Einrichtungen angesiedelt; zusätzlich leben etwa 6.000 Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier.

Der Standort verfügt über eine nahezu flächendeckende Fernwärmeversorgung: Rund 90 % der Gebäude werden über das Fernwärmenetz versorgt, dessen Anteil erneuerbarer Energien bereits heute bei rund 59 % liegt. Durch die Anwendung der Stromgutschriftmethode gilt die Wärmeversorgung bilanziell als CO₂-neutral. Parallel dazu wird eine langfristige Dekarbonisierung der Wärmeversorgung für Adlershof und angrenzende Quartiere verfolgt.

Im Gebiet befinden sich etwa 300 Nichtwohngebäude sowie etwa 400 Wohngebäude. Etwa die Hälfte der Nichtwohngebäude stammt aus der Zeit zwischen 1909 und 1989 und steht teilweise unter Denkmalschutz, während die Wohnbebauung überwiegend nach 1989 entstanden ist. Die Nutzungsstruktur ist entsprechend vielfältig und reicht von Büro- und Laborgebäuden über Produktionsstätten bis hin zu wissenschaftlichen Einrichtungen.

Seit 1994 besteht im gesamten Areal ein Regenwassermanagementsystem mit Mulden, Rigolen, Gründächern und großflächiger Versickerung. Ergänzend wurden erste Fassadenbegrünungen umgesetzt und ein Landschaftspark angelegt. Damit wurden bereits früh zentrale Prinzipien der Schwammstadt umgesetzt, bei der Niederschlagswasser lokal zurückgehalten, genutzt und versickert wird. Die bisherigen Erfahrungen zeigen jedoch, dass grüne und blau-grüne Infrastrukturen weiterentwickelt werden müssen, um zukünftigen klimatischen Anforderungen gerecht zu werden.

Der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof vereint auf engem Raum eine außergewöhnlich heterogene Struktur aus historischen Forschungsbauten, modernen Labor- und Bürokomplexen, Wohnquartieren, Freiflächen und hoch technisierten Infrastrukturen. Diese Vielfalt stellt besondere Anforderungen an Klimaanpassung und Energieversorgung und macht passgenaue, flexible Lösungen notwendig. Zugleich bietet Adlershof mit seiner Größe, seinem Nutzungsmix und seiner dynamischen Entwicklung ideale Voraussetzungen, um Maßnahmen unter realen Bedingungen zu testen und weiterzuentwickeln. Die hier gewonnenen Erkenntnisse können auf andere Wissenschafts- und Technologiequartiere übertragen werden und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur klimaresilienten Stadtentwicklung.